| Interview mit Dr.-Ing. Günter Liebmann | |||
| Daß Dr.-Ing.
Günter Liebmann, Prokurist der Härterei Reese Weimar,
als anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der
Wärmebehandlung gilt, zeigt seine Wahl in den Vorstand
des wichtigsten Gremiums der Wärmebehandlung im
deutschsprachigen Raum - der Arbeitsgemeinschaft
Wärmebehandlung und Werkstofftechnik e.V. (AWT)
- im Oktober 1996. Darüber hinaus wurde er in die
Arbeitsgruppe "Härteverzüge" der
Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA)
berufen, in der neben renommierten Hochschullehrern
führende Mitarbeiter aus der Automobilindustrie und
Antriebstechnik tätig sind. Herr Dr. Liebmann, wie werten Sie Ihre Wahl in den AWT-Vorstand? Ich sehe die Wahl als Anerkennung der Leistungen aller Fachkollegen aus den neuen Bundesländern, wo - dies sollte man nicht verkennen - auch hervorragende Arbeit auf unserem Gebiet geleistet wurde. Beispiele sind das Kurzzeitnitrieren, die Arbeiten zum Thema der Restaustenit-Umwandlung und -Stabilisierung sowie das rechnergestützte induktive Randschichthärten von Gewindespindeln. Gab es schon vor der Wende Kontakte zu Fachleuten aus der Bundesrepublik? Offizielle Kontakte waren unerwünscht. Dennoch gab es Möglichkeiten, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Westen auszutauschen - z. B. auf den regionalen Fachtagungen in Gera und Suhl, bei denen Referenten vom IWT Bremen oder aus der Industrie gern gehörte Gäste waren. Welche besonderen Ziele haben Sie sich für Ihre Arbeit im AWT-Vorstand gesetzt? Die Möglichkeiten, durch moderne Wärmebehandlungsverfahren die Produktqualität auf wirtschaftliche Art zu verbessern, sind noch nicht hinlänglich bekannt. Der Verband will dies verbessern, u. a. durch intensivere Öffentlichkeitsarbeit. Hier sehe ich Ansatzpunkte für meine Mitarbeit, auch in den neuen Bundesländern. "Den Härteverzug in den Griff bekommen" hieß ein Beitrag in der Ausgabe 1/96 Ihrer Kunden-lnformation. Gibt es hier neue Vorstellungen? Ja, wenn es darum geht, dieses Thema ganz grundsätzlich anzugehen. Wir werden das Know-how der Härtereien Reese jetzt in die AG Härteverzüge der FVA einbringen können. Was ist das langfristige Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft? Unter Berücksichtigung aller Fertigungsrandbedingungen sollen durch rechnergestützte Bauteilanalysen Vorhersagen über Materialeigenschaften und Härteverzüge mit dem Ziel ermöglicht werden, Wettbewerbsvorteile im Getriebebau zu erreichen. An diesen Arbeiten sind neben bedeutenden Industrieunternehmen die AWT, der VDEh, der VDMA und mehrere Hochschulinstitute beteiligt. |
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